May 21: Pizza Mari
Am 9. Mai veröffentlichte derStandard in seiner Printausgabe (Rondo) und auch in der Online Ausgabe einen Artikel zum neu eröffneten Lokal "Pizza Mari".
Da sich die Lokalität im 2. Bezirk befindet - also quasi auf unserer Homebase, entschloss sich die Hausgemeinschaft aka Friends 2.0 letztes Wochenende zu einem spontanen Abendbesuch in der Pizzeria. Nachdem die Kritik im Standard doch recht gut ausfiel, rechneten wir mit einem gröberen Ansturm auf das Lokal, was mich dazu bewegte einen Reservierungsanruf zu tätigen. Nachdem Google noch keinen Link auf eine Website des Lokals ausspuckte, musste ich auf die im Artikel genannte Mobiltelefonnummer zurückgreifen. Dort erreichte ich niemanden - Annahme: In dem Lokal ist wahrscheinlich die Hölle los. Wir entschieden uns dann trotzdem unser Glück zu versuchen.
Justament an diesem Abend regnet es in Wien Hunde&Katzen, was dazu führte, dass wir mehr oder minder klitsch nass im Lokal eintrafen.
Am Eingang viel mir sofort auf, dass auf den Treppen Leute standen, die dem blauen Dunst fröhnten. Aha! Ein Nicht-Raucher Lokal also.
Auf den ersten Blick schien das relativ spartanisch eingerichtete Lokal voll besetzt zu sein. Doch an einem der längeren Tische ergatterten wir noch 5 Plätze für uns. Die Hausgemeinschaft war ziemlich ausgehungert, was uns in Verbindung mit dem Pizza-Holzofen-Geruch, der schon eine Häuserecke vorher zu riechen war, zum Sabbern brachte.
Instantamente machten wir uns über das "Speiseblatt" - eine sehr reduzierte, einseitige Speisekarte - her, bestellten eine Karaffe mit Rotwein und Wasser und dann die Pizzen (Salsiccia, Prosciutto Crudo, Margherita und noch eine mit Rosmarin und Kartoffel, wo mir jetzt kurzfristig der Name entfallen ist).
Nachdem wir die Bestellung abgegeben hatten, war es an der Zeit die Lokalität näher zu betrachten. Die sehr reduzierte Einrichtung hat wirklich etwas von Italien, allerdings war es für meinen Geschmack schon etwas zuwenig und so fehlt dem Lokal mM nach etwas an Charakter. Die Hütte war wirklich voll, aber das hatten wir ja schon erwartet. Was uns sofort auffiel, war die extrem laute Atmosphäre - man musste teilweise wirklich genau die Ohren spitzen bzw. laut sprechen. Dagegen kamen nicht mal die übergroßen Megaphon-Lautsprecher in den Raumecken an, aus denen sporadisch Spieldosenähnliche, nicht zuordenbare Musik zuhören war.
Die Getränke kamen dann schnell. Der Wein, ein österreichischer Zweigelt war sehr angenehm leicht und schmeckte.
Nach ca. 20min kamen dann die ersten beiden Pizzen, Procsciutto und Rosmarin/Kartoffel. Die Glücklichen griffen nach dem Besteck, vom altbekannten schwedischen Möbelhaus, und begannen unter "Langzahn-Blicken" der Tischkollegen mit dem Essen. Die physikalische Beschaffenheit der Gabeln verlieh meinem Sitznachbarn "Uri Gellersche" Fähigkeiten, etwas was ich nicht reproduzieren konnte.
Nach weiteren 5min trifft dann Pizza No. 3 ein - Salsiccia. Die Margheritas trotzen ihrer Einfachheit und lassen auf sich warten.
Inzwischen der erste Austausch unter den Essern. Ja, der Holzofengeschmack, eine Seltenheit! Die Tomatensauce, zweifelsohne aus ausgezeichneten Tomaten hergestellt. Der Teig wirklich ausgezeichnet! Trotzdem, mein erster Eindruck, auch hier etwas zuu spartanisch. Meiner Meinung nach hätten der Pizza ein oder zwei Basilikumblätter mehr gut getan. Aber hier gingen die Meinungen auseinander. Die ungewöhnliche Kombination aus Panna, Kartoffel und Rosmarin kam sehr gut an, und hatte geschmacklich mehr zu bieten. Bei der Prosciutto/Salsiccia Pizza kam das Geschmackserlebnis hauptsächlich von dem ausgezeichneten Schinken bzw. der Salsiccia.
Pizzen No. 4 und 5 ließen weiterhin auf sich warten. Nach einer Stunde hatten wir Gewißheit, dieser Teil der Bestellung war offenbar untergegangen. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Kellner und anschließend mit der Chefin, entschlossen wir uns noch zu warten. Die Glücklichen waren ja bereits schon fertig.
Dann treffen auch noch die beiden Nachzügler ein. Eine davon noch ziemlich "blass". Naja, es musste schnell gehen.
Der erste Besuch in der Pizzeria Mari ist wohl geprägt von Startschwierigkeiten, sowohl beim Timing mit den Pizzen als auch bei der Aufmerksamkeit des Personals. Es war sicher nicht der letzte Besuch dort und deswegen dürfen wir schon gespannt sein auf das nächste Mal. Trotzdem, für's Erste mal nur 3 Sterne.
#1 - Caruso 2008-09-30 15:55 - (Reply)
Das Warten kann ätzend sein. Habe auch schon mal eine halbe Stunde auf die Rechnung gewartet. Davon eine viertel Stunde unter dem Vollvisierhelm, was die Sache aber leider auch nicht beschleunigt hat. Sonst bin ich aber sehr angetan von Pizza, Prezzo, Lokal und Miss Mari.
#2 - martin nemeth 2009-03-04 16:53 - (Reply)
War geschäftlich im 2.bezirk,sah das einladende Lokal=Pizzeria di Napoli!!!-und bestellte margaritha e birra zwickl nazionale.Ein Traum ging an dem Tag in Erfüllung:PERFETTO MENÜ,PERFETTO PERSONAL(bella,freundlich,einfach unglaublich nett),PERFETTO LOKAL.NAPOLI LEBT IN WIEN=WAHNSINN,ich komme wieder mit Freunden und "teste" den Wein und die wundervolle Atmosphäre...grazie mille für diese Idee martin n.
#3 - katz 2009-06-03 05:52 - (Reply)
@3th.be
"dass Österreicher nun mal Österreicher sind, und herummotschkern, wenn der Toastschinken nicht im Emmentaler auf dem Fladenbrot untergeht, beim Datenschmutz oder bei Katz Kulinarisch."
Haha ich hab sehr gelacht ...

Tracked: Jun 02, 17:40